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Marmaris ist meine beliebteste Kleinstadt suedwestlich in meiner Heimat - die Tuerkei.
Das klare Meer, die dichten und gruenen Waelder, die Verschiedenheit der Tieren und die Gastfreundlichkeit seiner Menschen hat mich immer wieder dorthin gelockt!

Ich moechte hier kurz von Ihrer Kultur und Geschichte erzaehlen, und wenn es Ihnen gefaellt dann machen sie doch eine kleine Schnupperreise dorthin:)

Die Geschichte von Marmaris

 

Erste Ansiedlung: Die Karier

Wir haben heute sehr wenig Wissen über die alte Vergangenheit von Marmaris in den Händen.

Die Quellen der ersten Epoche benennen Mugla und Umgebung als Karien. Das Land Karien ist im Norden mit Ionien und Lydien, im Osten mit einem Teil von Phrygien und Lykien, im Westen und Süden mit dem Ägäischen Meer umgeben.

Das sich im karischen Land befindende Marmaris, mit dem antiken Namen Physkos, ist wegen seiner Aufbaulage schon in den ersten Zeitepochen von strategischem Wert gewesen. Denn es war ein Übergangspunkt zwischen dem Ägäischem und Mittelmeer und dem Hafen von Rhodos sehr nahe gelegen. Aufgrund dieser Beziehungen wurde die Stadt von verschiedenen Völkern besetzt.

Nach den Schriften von Herodotos (484-425 v.Chr.) waren die ersten Einwohner von Marmaris die Karier, die von Kreta nach Anatolien zogen und deren Abstammung von dem Stamm der Ionier kam. Die Geschicklichkeit und Kenntnis als Seefahrer war bei den Kariern sehr hoch und sie waren hauptsächlich als Piraten (Seeräuber) unterwegs. Der eigentliche Grund für den Umzug aufs Festland wird von Thukydides einem Geschichtsschreiber aus Athen (460-396 v.Chr.) als die Beendung der Seeräuberei von König Minos in seinem eigenen Gebiet angesehen, das dazu geführt hat, das dieses Volk nach Kleinasien vertrieben wurde.

Aber die heutigen Geschichtsschreiber fügen sich nicht an die Ansicht von Herodotos, der der Meinung war, das von den Inseln aufs Festland umgezogen wurde. Die heutige Ansicht meint, auf physiologischen Grundlagen basierend, das genau umgekehrt vom Festland auf die Inseln gegangen wurde.

Schon seit alten Zeiten war die Ägäische Küste für die Menschen, die auf dem unfruchtbaren Boden und trockenen Klima von Kleinasien (Das heutige Anatolien) wohnten, sehr anziehend. Aus diesem Grunde haben die Völker, die in den inneren Teilen lebten, einen Weg gesucht um an die Küste zu kommen und von der Fruchtbarkeit des Meeres zu profitieren. Die vielen gut geschützen Häfen und Buchten der ägäischen Küste haben diesen Wunsch immer lebendig gehalten.

Diese Situation hatte zur Folge, das die Verbindung über Land für diese Täler und Städte (wie Marmaris Bodrum Fethiye) untereinander sehr schwierig war, aber wiederum die gegenseitige kulturelle und wirtschaftliche Beziehung mit dem Hinterland sehr verstärkte. Der Aufbau von starken Staaten im Innenland hatte zur Folge, das diese Staaten immer einen Weg über diese Täler ans Meer gesucht haben was wiederum die Unabhängigkeit dieser Küstenstädte in große Gefahr brachte.

Aus diesen Gründen wurden die karischen Städte, darunter auch Marmaris, von verschiedenen Staaten angegriffen. Da Marmaris keine Talstadt war, wurde sie sowohl von Land als auch vom Meer angegriffen.

Nach dieser Ansicht sind die Kokanen und Lelegen sehr alte Völker von Kleinasien. Die Lelegen sind vom Volk der KAR (Auf den Inseln nannte man die Kar Lelegen. Die auf dem Festland lebenden waren Hirten und Bauern, die Lelegen Seemänner, die als Legionäre oder Piraten lebten. Aus diesem Grunde nannte man sie in der Luvisprache "lulacki" was Barbar bedeutet. Man nimmt an das das Wort Leleg daher stammt.). Dieses Volk ist um 3400 v.Chr. von Kleinasien nach Griechenland (und auf die Inseln) ausgewandert und sie kehrten noch sehr viel vor dem Trojanischen Krieg nach Anatolien zurück. In den Inschriften der Hatti in Bogazköy wird über die Lydier, Lykier und Karier als Westanatolische Völker berichtet. Die Geschichtsschreiber nennen die Karier und Luvi in einer Beziehung.

Die bekannte Geschichte dieses Gebietes beginnt mit "Karissa", dem Enkel von Sefis, der über ein bis nach Ephesos reichendes breites Gebiet regierte. Aber um 3400 v.Chr. ist ein anderes Volk in dieses Gebiet gekommen, das Federbüsche auf dem Kopf trug und zweigriffige Schilder benutzte. Der Anführer dieses Volkes war "Kar". Deswegen nannte man dieses Gebiet Karia (das Land von Kar).

Nachdem die Karier sich in diesem Gebiet eingelebt haben, haben sie versucht die Ägäischen Inseln und Rhodos, die sich seit langem in den Händen der Phönizier befanden, zu erobern. Mit Feldzügen von Marmaris aus hatte man Rhodos und die anderen Inseln in kurzer Zeit erobert. Dadurch wurde Marmaris noch wichtiger und zu einem Militärstützpunkt gemacht.

In dieser Epoche wurde die Loryma (Bozburun) Halbinsel vom König von Rhodos regiert. Unter dieser Regierung waren vier wichtige Städte: Idyma, Kedrai (Sedrai), Physcos und Amos.

Als Stadt wurde Physcos an die Stadt Lindos auf Rhodos gebunden. Da Rhodos Verbindungspunkt zum Mittelmeer und von dort zum nahen Osten und Afrika war, war sie eine sehr wichtige Insel. Weil Physcos der letzte Hafen vor Rhodos war, hatte sie eine wichtige Bedeutung im Rhodos Pereia.

Die Souveränität der Karier ging bis zur Zeit des Königs Men von Minos. Zu seiner Zeit mußten die Karier sehr viel von ihrem Land abgeben aber sie behielten Marmaris.

Nach 3000 v.Chr. beginnt eine dunkele Zeit. Zu erst haben die Ägypter danach die Assyrer Karien erobert (Diese dunkle Epoche von Marmaris ist heute noch sehr unklar.).

Nachdem das Gebiet von den Assyrern befreit wurde begann in Anatolien ein anderer Krieg. Die Quellen nennen diesen Krieg "das weiße Pferd-" oder "Troja Kriege". Nach Homeros zu urteilen haben die Karier auch daran teilgenommen. Aber genau wie die anderen Anatolischen Völker sind sie besiegt worden.

Das wichtigste Ergebnis dieses Krieges war eine neue Kolonialisierung der Ägäischen Küste und Inseln. Denn die Gewinner hatten diese Küste als Land des Reichtums und Wohlstands gesehen und gemocht.

Somit kamen 1124 v.Chr. die Aiolier, 1044 v.Chr. die Ionier und 1000 v.Chr. die Dorier in dieses Gebiet. Die Dorier gingen bis ins innere von Griechenland aber sie fanden dieses Land zu wenig und gingen über die alte Achäan Route zu den Ägäischen Inseln. Kreta, Khitairon, There und Meklos wurden erobert. Danach Rhodos, Kos und die Halbinseln von Resadiye und Bodrum, sowie beide Häfen von Knidos. Im 9.Jhr. v.Chr. war eine Dorische Konfederation von neun Städten im Gebiet.

Mit der Zeit wurden die Karier und Lydier sehr eng verwandt und nach langen Zögerungen wurde das Gebiet Karien im 6.Jhr. v.Chr. an das Lydische Königreich gebunden. 546 v.Chr. wurde Karien unter der Persischen Regierung von Krösus an Steuern gebunden. Im Gegenzug dafür blieben sie unter der Halikarnassos Dynastie und wurden von Milas Königen regiert.

Physcos machte sich einen Namen in der Gescichte durch die Abwehr des Makedonischen Angriffs. Als Alexander der Große 334 v.Chr. die Stadt belagerte, mußte er sehr viele Verluste geben. Als die 600 Mann starke Armee von Physcos einsah das sie die Schlacht verlieren werden, sammelten sie alle Frauen, Kinder und wertvolle Sachen auf der Burg. Sie zündetetn die Burg und die Häuser an um keine Beute zu hinterlassen und kämpften bis zum letzten Mann. Die erste wichtige Restauration der Burg wurde in dieser Zeit gemacht. Alexander der Große machte Halikarnassos zur Hauptstadt und überlies die Regierung des Gebietes einer karischen Prinzessin.

Obwohl der Karische König Fixodaros Marmaris zurück eroberte war dies von kurzer Dauer und die Syrische Souveränität begann.

 

Römische und Byzantinische Epoche

228 v.Chr. wurde die Stadt an das Pergamonische Königreich gebunden und mit dem Tod von König Attalos III. an das Römische Reich bedingt vererbt (138 v.Chr.),und von Rhodos aus regiert.

Nach der Teilung des Römischen Reiches kam die Stadt unter die Führung der Byzantiner.

Marmaris verlor während der Römischen und Byzantinischen Epoche an Bedeutung.

 

Der Übergang an die Türken: SELÇUKEN

Nach der Schlacht von Malazgirt 1071 n.Chr. haben die Türken unter der Führung von Süleyman Sah am Hang von Berg Ercis Alexi Komennos geschlagen (1073). Im sommer 1074 ist die Türkische Armee in Lykaonia eingezogen. Hier haben sie sich in sechs große Flügel geteilt. Drei davon sind nsch Paflagonien, Phrygien und Mysien, die anderen drei nach Lydien und Mugla gezogen. Der Türkische Kommandant Mentese Bey hat 1284 Mugla und Umgebung eingenommen und 1291 die Eroberung von Karien beendet. Nach diesem Datum ist diese Gebiet nach ihm “Mentese” benannt worden.

Der Sohn des Mentese Bey Mesut Bey hat die Eroberungen weitergeführt. Er wollte Rhodos unbedingt einnehmen. Für den Feldzug hat er Marmaris als Stützpunkt gewählt. 1300 ist Rhodos zur Mentese Herrschaft hinzugekommen. Aber in seinen letzten Lebensjahren hat er den Kreuzzügen nicht standhalten können und die Insel wurde verloren. Zur Zeit des Ibrahim Bey dem Sohn des Mesut Bey sind die Ayasuluk und Balta Häfen vom Grafen von Kreta Marino Morisini erobert worden. Aber Marmaris ist durch die Maßnahmen des Hakim Gazi Bey dem Sohn des Ibrahim Bey unter der Herrschaft des Mentese Beyligi geblieben. Hakim Gazi Bey hat die Burg und den Hafen erneuert und für die Rhodos- und Zypernfahrten freigegeben. Dadurch ist der Hafen von Marmaris wieder zum Wachstum gekommen. Marmaris war während der Mentese Beyligi Zeit an das Selçuklu Sultanat gebunden.

Osmanische Reichs Epoche

Während der Zeit des II.Murat ist Marmaris 1390 zum erstenmal und 1420 zum zweitenmal ans Osmanische Reich gebunden worden und im 14.Jhr. an das Mentese Bezirk gebunden worden. In dieser Zeit war es ein Dorf von 45 Einwohnern.

1517 ist es unter den Lehen des Hasan Nakari gestellt worden. Später ist es durch eine Gesetzregelung unter den Lehen des Gouverneursgehilfen von Mugla gestellt worden.

Die Stadt hat an Bedeutung während des Rhodos-Feldzuges von Kanuni Sultan Süleyman gewonnen. Die Absicht des Kanuni war über das ganze Mittelmeer zu herrschen. Dafür mußte er zuerst Rhodos einnehmen. Für den Transport seiner Truppen hat er Marmaris als Stützpunkt ausgewählt und am 16 Juni 1522 mit einer 100.000 Mann Besatzung von Üsküdar nach Marmaris gezogen. 40 Tage später am 26 Juli Samstag ist er in Marmaris angekommen. Er hat seinem Heer einen Tag Ruhe gegeben und hat sich die Burg angesehen un dbefohlen sie zu vergrößern.

Indessen hat er, um zum Haus der Yörük Fatma (Sari Ana), einer Frau die den Soldaten geholfen hat, zu gelangen eine Brücke bauen lassen. Die auf dem Weg nach Marmaris sich befindende Tashan und Zysternen sind für diesen Feldzug erbaut worden.

Nachdem Sultan Süleyman Rhodos erobert hat, hat er am 31 Oktober 1522 zuerst seine privaten Sachen nach Marmaris geschickt und einen Tag später am 1 November 1522 ist er selbst gekommen. Einen Tag ist er in Marmaris geblieben und ist dann über Mugla nach Istanbul weitergezogen.

Im Jahre 1798 hat Admiral Nelson, als er Napoleon und die französische Flotte verfolgt hat, in Marmaris geankert und Ausbesserungen machen lassen.

Da sie für die Flotte wichtig war hat man den Hafen 1834 ausbauen lassen und die Schanzen aufgebaut.

1841 sind einige verzierte antike Steine gefunden und nach England geschickt worden. Später hat man hier Archäologische Grabungen gemacht. Ein Mitarbeiter der Universität von Columbia Mr. Shaw hat an den Funden in Knidos 3 Monate Ausgrabungen gemacht.

Im 19.Jhr. wurde Marmaris Bezirkszentrum und 1844 hat man angefangen Kohle abzubauen.

1864 ist Marmaris zum Landrat geworden und 1879 hat es seine eigene regionale Regierung bekommen.

 

1.Weltkrieg

Der Eintritt von Marmaris in den 1.Weltkrieg 1914 ist dem Eintritt des Osmanischen Reiches ähnlich. 1914 ist ein deutsches Schiff vor einem französischem Kreuzer geflüchtet und in den Hafen von Marmaris gefahren. Die Türkischen Soldaten haben das Schiff den Franzosen nicht ausgehändigt. Daraufhin haben die Franzosen den Hafeneingang mit Minen versehen. Aber der mit dem Schutz der Burg beauftragte Leyneli Cavit Bey und der Artillerioffizier Ömer Efendi haben über Nacht alle Minen aufgesammelt und entschärft. Deswegen wurde die Burg im Juli und August unter Beschuss genommen und hat mit Häusern der Umgebung schwere Schäden bekommen. Obwohl die Franzosen an Land gestiegen sind konnten sie sich bei der schweren Abwehr nicht halten und sind geflüchtet.

 

Der Freiheitskrieg und die Republikjahre

Während des Freiheitskrieges war es ein von den Griechen sehr ersehntes Gebiet. Aber am 22 Juli 1920 ist es durch einen einseitigen Bruch des Vertrages zwischen den Italienern und Griechen in italienischer Hand geblieben.

Nachdem der Krieg gewonnen und die Republik ausgerufen wurde, nannte man das Mentese Bezirk Mugla und Marmaris wurde daran gebunden.

Nach dem großen Erdbeben 1957 hat Marmaris großen Schaden erlitten und mit den Aufbauarbeiten danach eine moderne Ansicht bekommen.

Mit den nach 1980 angefangenen Arbeiten wurde Marmaris zusammen mit den Ortschaften aus der Umgebung das populärste und moderste touristische Zentrum der Ägäischen Küste.